Die christliche Patientenverfügung

Die letzte Station des Lebens
Möglichkeiten moderner Medizin führen dazu, das Sterben hinauszuzögern, auch wenn keine Aussicht auf Wiederherstellung eines erträglichen Lebens besteht. Gleichzeitig wird der Ruf nach einer Verkürzung der Lebenszeit laut. In diese Situation spricht die christliche Patientenverfügung. Sie möchte einen Weg zwischen sinnloser Sterbensverlängerung und christlich nicht verantwortbarer Lebensverkürzung aufzeigen.

Eine vorausschauende Erklärung des eigenen Willens
Wenn ein Arzt über medizinische Maßnahmen bei einem bewusstlosen oder zur eigenen Willenserklärung nicht mehr fähigen Patienten entscheiden muss, ist er gehalten, den mutmaßlichen Willen des Betroffenen zu ermitteln. Daher ist es sinnvoll, wenn eine "in guten Tagen" abgefasste Patientenverfügung vorliegt, die dem Arzt eine Hilfe für eine verantwortliche Entscheidung gibt. In rechtlicher Hinsicht ist die Patientenverfügung ein Indiz für den mutmaßlichen Willen. Die letzte Entscheidung über medizinische Maßnahmen liegt freilich beim Arzt.

Vertrauensperson und christlicher Beistand
In der Patientenverfügung soll eine Vertrauensperson benannt werden. Sie wirkt bei der Abfassung der Patientenverfügung mit, um dem Patienten beizustehen und mit dem Arzt die erforderlichen Maßnahmen abzusprechen.
Gegenüber Patienten und Angehörigen weiß sich die Kirche verpflichtet, christlichen Beistand in seelsorgerlicher Begleitung anzubieten. Es soll nichts unversucht bleiben, um ein "Sterben in Frieden" zu ermöglichen.

Was zu tun ist
Mit einer Vertrauensperson soll die Patientenverfügung besprochen und eine entsprechende Erklärung ausgefüllt werden. Diese soll bei den Ausweispapieren und in der Hand der Vertrauensperson sein, damit sich im beschriebenen Fall Arzt und Vertrauensperson miteinander in Verbindung setzen können. Die Übereinstimmung zwischen Patientenverfügung und Zweitschrift bestätigt die Gültigkeit der Beauftragung.


Eine christliche Patientenverfügung

Ich glaube, dass meine Zeit in Gottes Händen steht. Solange eine realistische Aussicht auf Erhaltung eines erträglichen Lebens besteht, erwarte ich ärztlichen und pflegerischen Beistand unter Ausschöpfung aller angemessenen Möglichkeiten.
Auf jeden Fall erwarte ich ausreichende Schmerzbehandlung. Nach Möglichkeit möchte ich in meiner vertrauten Umgebung bleiben können. Für den Fall, dass ich durch Krankheit, Unfall oder sonstige Umstände zur Bildung oder Äußerung meines Willens nicht mehr in der Lage bin, erkläre ich hiermit:
Ich lehne aktive Sterbehilfe ab, aber ich will auch nicht, dass mein Leben um jeden Preis verlängert wird.
Deshalb bitte ich, vom Einsatz lebensverlängernder Maßnahmen abzusehen, die mich nur daran hindern, in Ruhe zu sterben.
Ich bitte in dieser Situation um christlichen Beistand. Sollte die gerichtliche Bestellung eines Betreuers oder einer Betreuerin als gesetzlicher Vertreter notwendig werden, so bitte ich darum, (Name) mit dieser Aufgabe zu betrauen. Auch vor einer gerichtlichen Bestellung sind meine behandelnden Arzte ihm/ihr gegenüber von der Schweigepflicht entbunden und gebeten, die erforderlichen Maßnahmen mit ihm/ihr an meiner Stelle abzusprechen.

 

Versprechen Gottes

Wer unterm Schutz des Höchsten steht,
im Schatten des Allmächtigen geht
wer auf die Hand des Vaters schaut
sich seiner Obhut anvertraut
der spricht zum Herrn voll Zuversicht:
Du meine Hoffnung und mein Licht
mein Hort mein lieber Herr und Gott
dem will ich trauen in der Not.

Er weiß, dass Gottes Hand ihn hält
wo immer ihn Gefahr umstellt
kein Unheil, das im Finstern schleicht
kein nächtlich Grauen ihn erreicht.
Denn seinen Engeln Gott befahl
zu hüten seine Wege all,
dass nicht sein Fuß an einem Stein
anstoße und verletzt mag sein.

Denn dies hat Gott uns zugesagt:
wer an mich glaubt sei unverzagt,
weil jeder meinen Schutz erfährt
und wer mich anruft wird erhört.
Ich will mich zeigen als sein Gott
ich bin ihm nah in jeder Not
des Lebens Fülle ist sein Teil
und schauen wird er einst mein Heil.

 


Letzte Änderung: Christian Hoffmann am: 06.02.2010 20:11 Uhr